Donnerstag, 21. Juni 2012

Lautsprecher selber entwickeln und bauen...

Allium 9 und Allium 45
......aber wie und.......warum eigentlich ?

Wird das Thema Stereo und Surround erstmal zum ernsthaften Hobby, und man hat dann mal ein Setup was eigentlich ganz gut ist, wird man dann trotzdem schnell unzufrieden.
Denn je mehr man hört.....desto mehr hört man und zwar immer mehr Kleinigkeiten. Das die Trompeten bei Dizzy bei jedem erneuten hören immer spitzer klingt. Man merkt das es was ausmacht wenn man den Subwoofer 10 cm von der Wand weg stellt. Das es in der einen Ecke ganz besonders dröhnt u.s.w.
Und das bei den Lautsprechern von neulich im Hifi Laden „Friday Night in San Francisco „ einfach viel plastischer und detailreicher klingt wie bei den eigenen. Und wenn man die Augen zu macht hat man im Vergleich zu den eigenen Lautsprechern viel mehr den Eindruck dass Al, Pat und Paco vor einem sitzen. Also im großen und ganzen steigen die Ansprüche weil die vielen Kleinigkeiten, zu denen die eigene Frau immer nur lächelnd nickt wenn darüber spricht, immer mehr auffallen.

Dann ist es Zeit sich darüber Gedanken zu machen neue Lautsprecher an zu schaffen.....aber welche ?
Und vor allem soll es gleich was richtig Gutes sein oder nur ein wahrscheinlich unbefriedigender Zwischenschritt?
Was brauche ich? Was braucht meine Musik die ich höre um gut rüber zu kommen? Mehr Bass? Mehr Detail ? Mehr Ortsauflösung. Welche passen zu meinem Raum?
Was ist mir wichtiger Stereo oder Surround?
Wie kann ich die Lautsprecher aufstellen und wie groß dürfen sie sein?
Und was macht meine Frau mit?

Wenn einem dann wie bei mir irgendwie alles wichtig ist wird es besonders schwierig. Allein Stereo und Surround gleichwertig zu bedienen ist schon ein schwieriges Unterfangen und oft mit erheblichen Kosten verbunden.

Nach langen suchen in Prospekten, in HiFi Läden, im Internet war mir klar das dass was ich wollte nur schwer zu realisieren war.
Es mussten Boxen mit einer Höhe von ca. 68 cm sein. Aber alles was ich fand war entweder zu klein, zu groß, zu hässlich oder einfach nicht die Qualität die ich wollte. Ich wollte einfach das Maximum aus raus holen. Also was tun?

Bei HiFi Zenit in Neunkirchen, wo ich bisher alle meine Lautsprecher gekauft  hatte, trug ich mein Problem vor. Die meinten dann nur das der einzige Weg die Selbstentwicklung wäre. Bausätze fielen nämlich auch schnell aus da diese sich einfach zu oft an den bereits fertig zu kaufenden Lautsprecher orientierten und die Vorgaben einfach zu speziel seien.

Da ich mit den Jungs glücklicherweise das passende know how gefunden, was einem schnell klar wird wenn sich die bereits von ihnen entwickelten Lautsprecher anschaut. Nicht nur Lautsprecher sondern auch eigene Chassis.

Ist man selber dazu in der Lage mit Holz zu arbeiten bietet es sich gerade zu an die Sache in Angriff zu nehmen.
Den großen Vorteile daran Lautsprecher selber zu bauen ist durch Eigenleistung speziell am Gehäuse nicht nur eine Menge Geld zu sparen, sondern auch durch eine besondere Sorgfalt und einen aufwändigen Aufbau des Gehäuses zu realisieren. Bei fertig gekauften Lautsprechern ist dieser entweder nicht zu finden oder eben einfach nicht bezahlbar. Da das Gehäuse wohl einer der wichtigsten Komponenten eines Lautsprecher ist, läst sich dort eine große Qualitätssteigerung erreichen.

Der zweite Punkt ist einfach das man eben alles so realisieren kann wie man es möchte. Größe, Frequenzbereich, Chassis, Frequenzweiche, Funier, Lackierung u.s.w.

Der erste Schritt war Lautsprecherkataloge zu wälzen um eine Form zu finden die mir einerseits gefiel als auch akustisch gute Eigenschaften besaß. Bei Audiophysics wurde ich dann fündig. Die Tempo hatte eine ansprechende Form und durch die rückwärtige Rundung auch optimal zur Verringerung von Stehwellen. Was soviel heißt das Schallwellen, die vom Membran an die hintere Gehäusewand beim reflektieren aufgestreut werden. Damit verlieren diese an Energie und die Membran wird in der weiteren Bewegung weniger beeinflussen. ich änderte die Form ein wenig ab und liess die Schräglage der Tempo auch sein.




Ein weiterer Aspekt war die Steifigkeit. Je steifer eine Box ist umso besser. Um dies zu erreichen wollte ich das Matrix Konzept von Bowers & Wilkins dazu kombinieren. Ein Kombination aus vertikalen und senkrechten Versteifungsbretter die mit mehreren großen Bohrungen gleichzeitig das Volumen erhalten.
Um die runde Gehäuseform zu erhalten wollte ich Biege-MDF nehmen.

Da aber das entwickeln von Lautsprechern immer ein Risiko darstellt, und ein Erfolg nie garantiert ist, wollte ich paar Probelautsprecher ( hier Gehäusebau, hier Weiche und Chassis )bauen. Kleiner, mit geringere Investition und gleichzeitig als Rearlautsprecher gedacht. Sollten diese nicht so toll wie erwartet werden, wären als sie  Rear immer noch gut genug. Werden  sie aber so gut wie gewünscht, behalte ich das Gehäusekonzept für die Frontlautsprecher bei. So war der Plan.

Als Chassis entschied ich mich für einen Hoch- und Tieftöner von Monacor.
Nach dem klar war welche Lautsprecherchassis genommen werden sollte, ging es daran das Volumen und die Abmessungen für den Bassreflexschlitz zu berechnen. Mit den von Hifi Zenit errechneten Werten ging es dann weiter. Ich zeichnete Pläne. So lange bis alles perfekt war und ich alles unter einem Hut hatte. Optik, Volumen, Position der Chassis, Lage der Mittelverstrebung ect.

Dann ging ich daran das Holz zu besorgen. Zu erst das Biege-MDF.
Das erwies aber bei einem Besuch beim Schreiner meines Vertrauens als nicht möglich. Ich zeigte ihm meine Pläne. Er nahm eine 12mm Biege-MDF Platte bog sie vor meinen Augen auf den im Plan angegebenen Radius und..... Peng. Der Radius war für das MDF zu klein, war damit also raus. Seine Empfehlung 9 mm Biegesperrholz. Gesagt getan. Ich nahm also anstatt 2 x 12 mm Biege-MDF 3 x 9 mm Biegesperrholz. Was im Nachhinein die beste Lösung war, denn ich muss mit ein wenig Stolz sagen dass mir so ein steifes Holzgehäuse noch nie untergekommen ist. Da eine Schicht Sperrholz aus 3 Schichten besteht komme ich mit Funier auf insgesamt 10 Schichten.
Die Front und die Innenverstrebung besteht aus 19 mm MDF Platten. Die Front und die Aussenform der Böden wurden mit eine CNC Maschine gefräst.  Sicherlich hätte ich auch mit der Oberfräse machen können, aber ich wollte es wirklich genau haben.

Um es vorweg zu nehmen. Das Konzept hat sich bewährt. Die Rear klingen klasse. Und aus dem Gehäuseaufbau mit den vielen Schichten habe ich auch den Namen abgeleitet: Allium .... von lat. Allium cepa auch bekannt als die Zwiebel :-).
Allium 9 und das Biegesperrholz
Die kleinen Rearlautsprecher heissen Allium 9 ( 9 Liter Innenvolumen ) und sind seit geraumer Zeit erfrolgreich in Betrieb und eigentlich zu schade als Rear.
Die großen Frontlautsprecher Allium 45 ( quasi 45 Liter Innenvolumen ) sind noch in der Mache.
Hier schon mal das Gehäuse..

Ähnliche Post's:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen