Samstag, 29. Juni 2013

Mittelkonsole und Fräskanten

Da ich noch dringend Ablagefläche für diverse Sachen brauchte entschied ich mich für eine Mittelkonsole für mein Heimkino. Zwar sieht man rechts und links andere Kästen aus Akazie, doch dazu später mehr.
Die Konsole sollte optisch gleich zum Wohnzimmerschrank ( siehe hier ) sein. Da ich damals nicht viel zu den Fräsungen ( siehe hier ) geschrieben habe hole ich das hiermit nach.

Ebenfalls aus Akazieleimholzplatten erfüllt die Konsole folgende Aufgaben:
- Ablage für Getränke und Essen
- Ablage der aktuell laufenden CD, DVD oder BlueRay
- Infrarotsender ( passender Empfänger an der Decke )
- Platz für zwei Getränkeflaschen
- alternativ ist Platz für ein Tablett das in der Küche beladen werden kann und somit mehrere Gänge erspart

Fernbedienungen werden hier nicht abgelegt. Aus Prinzip. Insbesondere Cola, Fanta, Apfelsaft und Co sind Erfahrungsmäß unkompatibel mit Fernbedienungen. Speziell wegen meiner Oma und diversen anderen weiblichen Geschöpfen habe ich schon zu viele Fernbedienungen auseinander gebaut. Das Reinigen mit Wattestäbchen und Aceton von diversen klebrigen Pampen ist zwar immer möglich, aber unnötig wenn man es doch vermeiden kann. Außerdem greift das Aceton bei mehrmaligen Reinigen die Kohlefasernkontakte der Fernbedienungsmatten an.
Kleiner Tipp: Sollte es doch passieren und kein Aceton ist vorhanden ist, hilft auch Nagellackentfernter. Verdünner oder Nitro ist zu scharf für diesen Vorgang. Und schon ist man wieder froh eine Frau im Haus zu haben. :-)

Aber wieder zurück zum Thema:
Die Konsole besteht wie schon erwähnt aus Akazieleimholzplatten und wird später nur eingeölt. Die Unterseite ist verschraubt, alles Andere mit Holzübeln gezapft und verleimt.
Die Fräskanten sind, wie beim Wohnzimmerschrank, für horizontal und vertikal jeweils gleich. Horizontal mit einem Profilfräser und vertikal mit einem Halbstabfräser.

Die Fräsungen sind in jedem Fall mit einem Oberfräsentisch  ( siehe hier ) am einfachsten zu machen. Je nach Holzart sollte man sich Gedanken über die Drehzahl der Oberfräse machen. Je härter das Holz umso langsame sollte man diese einstellen. Da gerade bei harten Holz wie Buche oder auch Eiche eine gewisse Hitze entsteht was zu hässlichen Brandflecken führen kann. Aber das Wesentliche dabei ist das man das Werkstuck besser kontrollieren kann. Die Kräfte die Auftreten sind nicht zu unterschätzen. Dies ist erstens gefährlich und zweitens versaut man sich gerade am Anfang zu viele Werkstücke bis eine anständige Fräskante zu Stande kommt. Deshalb ist eine Oberfräse mit genugend Leistung und einer Drehzahlregelung Pflicht. In meinem Fall eine Bosch POF 1200 AE.

Grundsätzlich hilft es zu experimentieren bevor man an das eigentliche Werkstück geht. 

Außerdem sollten nie die gesamte Profiltiefe auf einmal weg fräsen, sondern in mehreren Stufen. Hier gilt auch. Je härter das Holz desto mehr Arbeitsschritte.
Desweiteren kann es auch vom Fräskopf empfehlenswert sein mehrere Arbeitsschritte zu verwenden. Während der hier verwendete Profilfräser im Handling einfacher ist, besitzt der Halbstabfräser eine wesentlich größere Angriffsfläche. Hier ist mehr Aufmerksamkeit angebracht.

Bevor man mit dem eigentlichen Werkstück los legt sollte man immer mit einem Probestück das Ergebnis testen.

Die Profilfräsung bei Akazie ist in zwei Schritten einfach zu machen. Zuerst die Kanten anschließend die Ecken. Brachte erfahrungsgemäß das Beste Ergebnis. Will man wie hier mir runden Ecken arbeiten sollte man einen Profilfräser mit Anschlagkugellager benutzen.
Der Halbstabfräser ist wie gesagt sehr temperamentvoll. Da ich den Fräskopf nicht zentriert benutze, sondern von beiden Seiten fräse, entsteht kein Halbmond sondern ein eher spitz zulaufenden Profil. Auf diesem Bild nicht so gut zu sehen. Damit spart man sich die mühselige Zentrierung und hat doch ein ansprechendes Ergebnis. Man sollte sie eine Seite in zwei frässchritten vornehmen. Dreht man das Brett kann man gleich das Maximum weg nehmen da schon genügend Material weg ist, und der Widerstand geringer ist.

Holzqualität und Bezugsquellen


Nach dem die Fräsungen fertig waren ging es ans Abschleifen. Und hier zeigte sich die Qualität von Baumarktholz. Diese übermassige Ölpampe mit der die Bretter behandelt wahren musste runter. Beginnt man mit dem Rundschleifer merkt man schnell das die Wirkung des Schleifpapier schnell nach lässt. das liegt nicht daran das es sich abreibt. Nein das Öl klumpt sich zusammen und verhindert das das Schleifpapier das Holz überhaupt noch erreicht. Also einfach diese Punkte von Zeit zu Zeit abkratzen und man kommt schneller zum Ziel.

Die Kanten geben natürlich erst ein richtiges Bild ab wenn sie von Hand abgeschliffen wurden. Für groberer Angelegeheiten kann man vorsichtig mit einem Stechbeutel arbeiten. Ansonsten Schleifpapier was man um diverse Objekte legen kann um sie den oft kleinen und Kanten anzupassen. Doch je besser man die Fräsungen hin bekommt und je besser die Holzqualität ist, desto weniger muss man nacharbeiten.

Grundsätzlich versuche ich mein Holz vom Schreiner oder aus dem Großhandel zu bekommen, da die Qualität einfach die Bessere ist. Baumarktholz ist an allen Ecken und Enden mit Flüssigholz geflickt. Bei größeren Mengen ist man beim Schreiner nicht nur besser beraten was die Qualität angeht sondern auch meist günstiger. Bei kleinen Mengen wird es schwieriger. Muss der speziell was bestellen wird es bei kleinen Mengen, wie hier, teuer. Dann empfiehlt es sich möglichst bei mehreren Schreiner nach zu fragen ob er von diesem oder jenem Holz noch was herum fliegen hat. Dabei kommt es auf das Tätigkeitsfeld an. Macht ein Schreiner hauptsächlich Küchen oder Fenster brauche ich dort nicht zu fragen ob er irgendwo Sperrholz oder Leimholz rum fliegen hat. Macht er allerdings Innen- und Ladenausbau oder restauriert alte Schranke lohnt es sich dort zu fragen. Also ist es wichtig mehrere zu kennen und vor allem die Augen auf zu machen wenn man in der Werkstatt steht. Ein wenig Kontaktpflege und die Vermittlung von schnellen Kernspinterminen bewirkt Wunder. ,-)

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