Sonntag, 3. November 2013

Verleichstest: NAD C 356 bee,Music Hall a25.2 und Aaron No.1a

Um einen weiteren Schritt vorwärts zu machen habe ich mich entschieden eine neue Stereoendstufe in meine System ein zubinden.
Mein bisheriger Stereoverstärker Music hall a25.2 ( siehe hier ), wird als Einstieg in die High End Klasse beschrieben, und das ist er auch. Die Center wurde über eine NAD 902 ( siehe hier ) Endstufe betrieben. Während die Rear über eine Arcam P100 7 Kanal Boliden ( siehe hier ) betrieben wird.
Damit hatte ich an der Front Endstufen die sehr warm klangen Während die Arcam eher auflösend bis nervig klingt. Der Versuch die Arcam an der Front zu betreiben war eine interessant Erfahrung. Zuerst klingt sie auflösend und klar, was im ersten Moment ein großer Unterschied zu dem Music Hall ist, und auch fasziniert. doch dann beginnt sie sehr schnell zu nerven. einfach zu aufdringlich.
So war mir klar das dieser Weg nichts für mich war. Doch war ein Interesse an einem hochauflösenden Verstärker geweckt.
Deshalb habe ich mir zwei Verstärker zum Testen mit nach Hause genommen. Den Aaron No.1a und den NAD C365 bee. Zwei klanglich sehr unterschiedliche Verstärker. Auch wenn ich einige andere Endstufen gehört habe ist das testen im eigenen Raum und an der eigenen Anlage unerlässlich, besonders wenn man bereit ist eine Stange Geld liegen zu lassen. An diesem Punkt sollte man sich nie unter Druck setzten lassen. Kostet ein Verstärker oder Hifi Komponenten mehr als der Durchschnitt, so sollte auch die Möglichkeit bestehen diese zu Hause zu testen. Läden die das nicht anbieten oder belächeln, sollte man den Rücken zu drehen und ebenfalls belächeln.

Zum NAD C 356 bee ( siehe hier ) möchte ich nicht so viel schreiben da er ein relalitv bekannter Verstärker. Aaron und der No.1a aber nicht. Dieser ist eher unbekannt und vor allem von denen geliebt und genutzt die lastkritische Lautsprecher wie u.a. Elektrostaten ( siehe hier ) betreiben.

Der Aaron No.1 a ( siehe hier ) ist ein puristischer Stereoverstarker der High End Unterhaltungselektronik Vertriebsgesellschaft ( siehe hier ). Sie vertreibt Geräte seit 1986 unter dem Namen Aaron und Sovereign. Während Aaron die „einfache“ Ausführung darstellt ist Sovereign die absolute High End Ausführung. Alle Geräte werden von Hand zusammengebaut ( siehe hier ) und im wahrsten Sinne des Wortes mit Samthandschuhen angefasst.

Alle Geräte sind vom Aufbau auf das wesentliche reduziert. Kurze Signalwege, solide Bauweise, Schaltung Kurzschlussschütze werden aus gründen des Klangs weg gelassen. Wem beim Einschalten ein saftiges Knacken auf den Lautsprechern stört ist hier schlecht beraten. Der Klang sowie das Handling ist nichts für Einsteiger. Der Klang ist "linear". Ist kein Bass auf der Aufnahme vorhanden kommt auch keiner. Originalgetreue Wiedergabe ist das Ziel. Ein Kurzschluss auf den Lautsprecherausgängen und der Weg in die Werkstatt ist unausweichlich. Der Verstärker verzeiht keine Fehler weder an Tonfutter, Handling oder Raumakustik. Trotzdem hat er die Fähigkeit Lautsprecher der Mittelklasse nach so viel mehr anhören zu lassen, auch wenn das nicht der passende Partner ist. Eine aus den gehobenen Bereichen von Dynaudio, Quadral, B&W, Audiophysics usw sollte es schon sein.
Die Laststabilität des Verstärkers ist ein weiterer wesentlicher Vorzug. Wer einen kritischen Lautsprecher wie Elektrostaten oder allgemein niederohmige Lautsprecher besitzt ist mit diesem Verstärker gut beraten. Bei 2x98 Watt an 8 Ohm, 2x180 Watt an 4 Ohm, bzw  bei 2x480 Watt an 1 Ohm kommt eine Stabilität zum tragen die oft nur bei massiven und großen Endstufen zu finden ist. Tonal kommt das im Bassbereich zum raus wo sehr tiefe Bässe präzise, kurz, konturiert aus dem Nichts kommen und genauso verschwinden. Realisiert wird dies durch einen massiven Ringkerntrafo und 4 getrennt Netzteile für Vor- und Endstufen. Alle Segmente sind als solide Monoelemente aufgebaut.

Vergleich bei Stereo pure direct

Der Test erfolgt mit meinem NAD C 515 bee über die Marantz av 7005 im pure direct Modus. Nur meine Allium 45 ohne Subwoofer. Die Aaron wird nur als Endstufe genutzt. Da mein Sugden Chinch am CD Player zu kurz ist kann ich leider die Vorstufe des Aaron jetzt benutzen. Das werde ich aber noch da ich davon ausgehe das diese die bessere Vorstufe für Stereo ist.

Die Höhen klingen immer transparent und nie spitz. Trotzdem sind leichte Echos aus dem rückwärtigen Raum zu erkennen, was bedeutet das ich dort noch was machen muss. Schnelle extrem hohe Klaviersolos klirren nicht sondern sind klar differenziert mit Körper.
Bei Schlagzeugbecken lässt sich wesentlich besser erkennen wo angeschlagen wird. Nach außen oder mehr zur Glocke. Auch wenn der Music hall in diesem Bereich nicht schlecht ist hat er in den Höhen was Auflösung und Schnelligkeit betrifft erhebliche Schwächen.
Der Aaron spielt im Mittel- und Hochton präzise, schnell und wesentlich neutraler.
Was den Bassbereich betrifft spricht der Aaron eine mich klarere Sprache. Wer es gewohnt viel Big FM im Radio zu hören wird irritiert sein. Wieviel Bass wirklich in machen Aufnahmen ist. Oft weniger wie man denkt.
Der Music hall war im Bass oft überfordert. Differenzierung zwischen tiefen und sehr tiefen Bass fällt im schwer endet oft in einem klumpenden Mulmen. Nimmt man ein Fußstampfen wie bei Friday Night in San Francisco oder Eric Clapton unplugged klingt es sehr dumpf und tief. Der Aaron zeigt das es nur ein stampfen mit dem Fuß ist und nicht wie der tiefste Ton der Bassgitarre. Akustische Gitarren klingen nicht zu basslastig. Eben orginalgetreuer.
Während der NAD C 356 bee im Bass grundsätzlich fest zugreift, zeigt er dann aber auch des noch konturiert und massiv tiefer geht. Aber eben mehr wie eigentlich da ist. Der Aaron geht dann tief wenn es tief gehen muss. Und zwar so tief wie es gehen muss. Schnell, präzise und differenziert. Das ist nicht jedermann Geschmack. Es muss gefallen. Einige werden direkt sagen das ihnen was fehlt.
Die Ortung der Instrumente ist einwandfrei. Noch war ich bei Kind of blue so sicher das Miles Davis in der Mitte steht. Und zwar wie Mauer. Mehr noch, man hat den Eindruck zu erkennen wie er die trompete vor dem Microphon bewegt. Oben, unten, rechts und links.
Wie alle drei Verstärker braucht der Aaron ne gute Stunde um warm zu werden, damit er sein volles Potential ausspielen kann.

Gesangstimmen, besonders Frauenstimmen, kommen beim aaron klarer und mit mehr Details. Sehr präzise und auch bei hohen Lautstärken ohne das s oder z Laute auch nur im Ansatz Nerven. Ganz im Gegensatz zu einer Arcam p 1000, die zwar sehr hochauflösend ist aber auch sehr schnell in den Höhen massiv nerven kann. Ein Problem das der NAD oder der Music hall nicht haben, aber auch nicht so auflösen. Wenn die NAD auch sehr schnell ist.

Der Suroundbetrieb.

Getestet habe ich ausschließlich mit James Bond Skyfall. Die Endstufen für die Center habe ich zwischendurch gewechselt. Sowie später auch die Subwoofer abgeschaltet um die Bassperformence der Front besser beurteilen zu können. Da die Crossoverfrequenzen folgend sind:
FR,C,FL 40Hz;RR,RL 60Hz;SBR,SBL 60Hz ( für den Test unrelevant da 5.1 )
Außerdem muss ich gestehen der der NAD C365 an dieser Stelle schon raus war. es ging mir an dieser Stelle nur noch um die Homogenität meiner Front und des Gesamten Sytems

Wichtige waren für mich drei Sequenzen des Filmes.

1. Die Anfangssequenz mit Titellied
2. Hong Kong, die Ermeuchelung von Patrice
3. Kapitel 28, Angriff des Hubschraubers auf Skyfall


Nach einer adäquaten Einspielzeit.... Das erste Kapitel sah ich in drei Konfigurationen.
1. Aaron Front, Center NAD 902,mit Subwoofer
2. Aaron Front, Center Arcam P 1000,mit Subwoofer
3. Aaron Front, Center Arcam P 1000,ohne Subwoofer
Den Rest nur in Konfiguration Nr.3

Die Aaron durchweg weg neutral und präsent. Genauso wie sie auch schon bei Musik Klang. Der Bass ist da wenn er da sein soll. Dies kommt besonders raus wenn der Subwoofer aus ist. Nach dem ersten Durchgang mit der NAD trat das ein was ich mir bereits dachte. Das Klangbild passt nicht. Die NAD 902 mit 1x 90 Watt Sinus an 8 Ohm ist zu warm. Oben lange nicht so schnell wie ein C365 aber präsenten über Bass und Mitten, aber stumpfer in den Höhen. Nicht Stumpf aber weit entfernt von hochauflösend. Aber ein besonders potenter Bass. NAD Material ist auf dem Gebrauchtmarkt sehr günstig zu bekommen. Wattangaben im Hinterkopf verdoppeln und das ist dann die Wahrheit.
Aber wenn Bond auf dem Zug die Ketten auf den Boden schlägt oder mit dem Motorrad durch die Scheibe springt, merkt man das die NAD nicht zu der Aaron passt. Die Front klingt nicht homogen. Die Arcam passt hier schon eher, wenn auch etwas klirrig aber nicht nervig.
Die Motorräder klingen zwar richtig nach Motorrad und nicht nach Moped, auch ohne Subwoofer. Im vorbei fahren auf den Dächern merkt man es am besten. Ob die Front homogen ist oder nicht. Vorbei fahren der Motorräder druckvoll über die ganze Front, Glasscherben stumpf.
Bei der Arcam ist es homogen über den mittleren Frequenzbereich. Doch es fehlt der Druck der NAD 902 im Bass. Und somit auch an Dynamik. Die Höhen drängen sich eher auf als das sie wie bei der Aaaron einfach da sind.  Die Aaron schiebt wo sie schieben soll.
Das Titellied mit Adele klingt mit der NAD musikalisch warm und rund. Mit der Arcam sieht die Sache anders aus. Man könnte meinen Nagini ( Lord Voldemorts Schlange ) singt im Background Chor mit. Ein zischeln bei s,z und ch lauten das zwar nicht weh tut, aber nervt. Bei Dialogen kommt sie nicht so stark raus, doch bei Gesang fällt es stark auf.
Gerade innerhalb dieses Kontrastes ist die Neutralität der Aaron einfach noch erstaunlicher

Abschließendes Fazit.....

......das sich vom Stereo Test hier fort setzte. Die Aaron ist stabil, der Bass ist da wenn er da sein soll. Er kommt aus dem Nichts und verschwindet ins Nichts. Aber extrem dynamisch, tief und potent. Lebendig, erwachsen. Die mitten und Höhen auflösend und sind einfach da. Sehr klangneutral. Es passiert einfach. Lediglich bei den oberen Höhen könnte man manchmal den Eindruck haben das er bei die eine oder andere Kleinigkeit dazu macht die nicht ganz so ist wie es soll. Aber das ist eine Schwäche die bezogen auf Gesamtpaket zu vernachlässigen ist.

Die Arcam wird auf der Center auf lange Sicht verschwinden. Kurzfristig sehe ich die Möglichkeit die Center auf Bi–Amping um zu bauen oder ungenutzte Endstufen von der Netzspannung zu trennen um eine höhere Performance durch Netzteilentlastung zu bekommen. Mal sehen....


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